George Sand & Frederic Chopin

Gäste Valldemossas, George Sand und Frederic Chopin

George Sand die mit richtigem Namen Amandine-Aurore-Lucile Dupin de Francueil hieß, war französische Schriftstellerin. Sie war Feministin und forderte die Emanzipation der Frauen. 1838 lernte George Sand Frederic Chopin durch den Komponisten Franz Liszt kennen. Chopin war zuerst nicht sehr angetan von Ihr, da in der damaligen Zeit eine Zigarren rauchende und sich in Männerkleidung zeigende Frau doch sehr ungewöhnlich war.

George Sand und Frederic Chopin wurden bald ein Liebespaar. Als Sand sich im November 1838 entschied mit ihren zwei Kindern, Maurice und Solange, einige Zeit auf Mallorca zu verbringen, ging Chopin mit ihnen. Er erhoffte sich auf Grund des milden Klimas eine Besserung seines Gesundheitszustandes, denn er litt schon sein Leben lang an Tuberkulose. Aber auch Sands ihre Entscheidung, auf Mallorca zu wohnen war aus gesundheitlichen Gründen, weil ihr Sohn Maurice unter einer rheumatischen Erkrankung litt.

Als George Sand und Frederic Chopin auf Mallorca ankamen, waren sie voller Hoffnungen. Der malerische Ort Valldemossa liegt im Nordwesten der Insel und ließ Chopin ins träumen kommen. Chopin freute sich über das angenehme Klima, die wunderschönen Farben und die artenreiche Vegetation, wobei Sands besonders das Meer liebte.

Jedoch waren es nicht nur die Gesundheitlichen Umstände die George Sand und Frederic Chopin auf Mallorca weilen ließen, sie erhofften sich auch der Intoleranz der Menschen zu entkommen. Für ihre Zeit waren sie nämlich sowohl ein ungewöhnliches als auch ein fortschrittliches Paar, denn die beiden Kinder waren nicht von Chopin und verheiratet waren sie auch nicht.

Im Karthäuserkloster von Valldemossa, etwa 20 Kilometer von Palma de Mallorca entfernt, bewohnten sie eine Zelle, diese war so groß wie ein Haus und sie hatten auch einen kleinen Vorgarten. Beide waren von der Schönheit der Insel so begeistert, das Chopin schwärmte: „ – ich werde in einem herrlichen Kloster an einem der schönsten Flecken dieser Erde wohnen“, und Sand meinte: „ – alles was sich ein Maler oder Dichter nur erträumen kann – hier hat es die Natur hervor gebracht“. Beide brachten auf Mallorca Werke zu Tage, die Schriftstellerin schrieb ihr Buch „Ein Winter auf Mallorca“ und Frederic Chopin komponierte die „Regentropfen-Prélude“.

Leider wurde die Zeit für George Sand und Frederic Chopin auf Mallorca nicht zur besten. Die Mallorquiner distanzierten sich auch von ihnen, weil ihnen ihr Lebensstil zu modern war. Für den Lungenkranken Chopin wurde das Wetter in jenem Winter zur Tortur. Es regnete ausgesprochen viel in diesem Jahr und ihre Unterkunft war feucht und kalt, da halfen auch keine Öfen, Felle oder Matten. Seine Krankheit verbesserte sich nicht, im Gegenteil sein Husten wurde schlimmer und er musste mehrmals einen Arzt aufsuchen. Im Februar 1839 verließen George Sand und Frederic Chopin, nach nur 3 Monaten, die Insel wieder.

Die Schifffahrt von Mallorca nach Barcelona war höllisch und Chopin hätte diese fast mit seinem Leben bezahlt, weil er ständig Blut spucken musste. Sie zogen nach Frankreich und wohnten in Paris und auf Nohant, aber Ihre Beziehung dauerte nur bis zum Jahr 1847.

Allein die kurze Anwesenheit von George Sand und Frederic Chopin auf Mallorca hat den Ort Valldemossa und sein Karthäuserkloster zu einer wahren touristischen Attraktion gemacht. Jedes Jahr kommen tausende von Besuchern um die Zelle, die die beiden bewohnten, und die wenigen Überbleibsel, die noch vorhanden sind, wie das Pleyel-Klavier, zu betrachten und außerdem findet seit 1930  jedes Jahr im August ein Chopin-Festival statt.

Auch wenn George Sand die Mallorquiner in Ihrem Buch nicht so gut hat weg kommen lassen, ist der Roman 1982 auf Katalanisch übersetzt worden, für ein Kultur- und Freizeitprogramm, dass jedes Jahr im Winter gezeigt wird. Der Consell de Mallorca hat die Schriftstellerin im Jahr 2004 zur „Adoptivtochter Mallorcas“ erklärt und Frederic Chopin am 12 September 2010 zum „Hijo Adoptivo de Mallorca“ ernannt. Damit würdigt Mallorca zwei seiner berühmtesten Gäste.

Das Inselradio

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