Kloster Lluc

Das Ausflugsziel Kloster Lluc

Im Norden der Insel Mallorca befindet sich das Kloster Lluc. Auf einer Höhe von 525 Metern über n.N. und eingebettet in das Tramuntana Gebirge. Das Kloster Lluc ist von mehreren Bergen umgeben die alle über 1000 Meter hoch sind. Der vollständige Name des Klosters ist Santuari de Santa Maria de Lluc und es gehört zu der Gemeinde Escorca. Im Hauptgebäude von Kloster Lluc befinden sich die Gemeindeverwaltung, das Museum, eine Übernachtungsmöglichkeit und das Gymnasium mit seinem Internat. Außerdem die Wallfahrtskirche Església de Lluc.

Der Legende nach soll die Entstehung dieses Wallfahrtsortes ein Wunder gewesen sein. Es war unmittelbar nach der christlichen Rückeroberung Mallorcas um das Jahr 1229. Der Hirtenjunge Lluc (Lukas) soll im Gestrüpp des Geländes eine Madonnenfigur dunkler Hautfarbe gefunden haben. Er brachte sie zum Pfarrer von Escorca, dieser gab ihr einen würdigen Platz, doch schon am nächsten Tag war die Madonnenfigur verschwunden. Man fand sie an der alten Fundstelle wieder und brachte sie erneut in die Kirche. Als sich das ganze wiederholte, glaubte man dass die Madonna dort bleiben wollte und so wurde ihr eine schlichte Kapelle errichtet. Das Santuari de Santa Maria de Lluc oder auch das heutige Kloster Lluc.

Dagegen scheint heute alles darauf hinzudeuten, dass der Name Kloster Lluc aus vorgeschichtlicher Zeit stammt. Der dichte sich hier ausbreitende Steineichenwald mag schon früh dem Kult einer Gottheit geweiht worden sein, denn der Name Lluc lässt auf das lateinische Wort lucus schließen, was übersetzt heiliger Wald bedeutet. Ganz in der Nähe befindet sich auch eine Stätte die aus talaiotischer Zeit stammt und vermutlich dem Totenkult gewidmet war. Die Cometa des Morts sind Grabhöhlen und  ca. im 4. Jahrhundert v. Chr. entstanden. Fundstücke aus den Höhlen kann man im Museum vor Ort  besichtigen. Während der arabischen Herrschaft auf Mallorca soll das Kloster Al-Luc genannt worden sein und später im 13. Jahrhundert findet man die Bezeichnung Luc.

Nachdem 1230 das erste Gebäude von Kloster Lluc entstanden war, wurde im Jahr 1260 die Erweiterung zur Augustinereinsiedelei vorgenommen (Mare de Déu de Lluc). Als im laufe der Jahre die Zahl der Pilger, trotz des riskanten Weges immer größer wurde, errichtete man im Jahre 1322 eine Herberge und baute den Weg nach Inca aus. Sieben steinerne Denkmäler der Jungfrau Maria wurden am Weg errichtet. Die zwei heute noch erhaltenen Steinbilder kann man im Museum des Kloster Lluc betrachten. Im Lauf der Jahre wurde die gesamte Anlag immer wieder restauriert und erweitert.

Im 15. Jahrhundert kamen die Pilger nicht nur von den benachbarten Inseln, sondern auch aus ganz Spanien und sogar von Sardinien. Das brachte Veränderungen in der Verwaltung mit sich und seitdem wird das Kloster Lluc ausschließlich von Priestern geleitet. Aus dieser Zeit stammt auch die Verpflichtung, dass zu den Morgenmessen ein Knabenchor zu Ehren der Jungfrau Maria singen muss. Die Blauets, so der Name des Chores, weil sie blaue Soutanen tragen, singen auch heute noch, es sind die Knaben der Internatsschule vom Kloster Lluc.

Die eigentliche Madonnenfigur aus der Legende verschwand schon im Mittelalter. Etwa seit 1520 verehrt man ein Standbild der schwarzen Madonna. Die Mallorquiner nennen sie liebevoll Morenata (kleine Braune). Im Jahr 1884 wurde sie im Namen Papst Leos XIII. vom damaligen Bischof Don Mateo Jaume gekrönt.

Im 16. Jahrhundert wurden die Laubengang-Häuser für die Pilger und ihre Pferde gebaut, außerdem der Springbrunnen auf der Placa dels Pelegrins, der als Tränke diente. Mit dem Bau der heutigen Kirche Església de Lluc wurde 1622 angefangen. Im Jahr 1691 war der Bau vollendet. Es folgten weitere Aus- und Umbauten, sowie Renovierungen, bis ins 20. Jahrhundert. Im Magnoliengarten des Kloster Lluc erinnert ein Denkmal an Pater Joaquim Rosselló i Ferrá. Er war der erste Prior im Missionarsorden im Kloster Lluc, der Missionare vom Heiligsten Herzen Jesu. Im Jahr 1962 verlieh  Papst Johannes Paul XXIII. der Wallfahrtskirche den Ehrentitel Basilica minor.

Heute kann man neben den prächtigen Bauten auch das Museum des Kloster Lluc besuchen und durch den 1956 angelegten Botanischen Garten gehen. Im historischen Archiv der Internatsschule Collegi de Lluc lagern über 500 Schriftrollen und ca. 5000 Arbeiten zur Geschichte des Klosters. Aus dem Jahr 1244 stammt das hier älteste archivierte Schriftstück.

Auch heute noch machen sich jedes Jahr mehr als 50000 Menschen auf den Weg zum Kloster Lluc. Die Mallorquiner kommen mit ihren Familien um ihrem Nationalheiligtum zu huldigen. Große Reisebusse bringen über die heute asphaltierte Straße die Touristen ins Kloster. Es gibt einen Gästetrakt in dem Zimmer für Übernachtungen bereit stehen. Des Weiteren bietet das Kloster Lluc einige Läden und Restaurants, sowie für Jugendtreffen Zeltlager, Eß- und Feuerplätze im Freien.

Das Kloster Lluc ist auf jeden Fall einen Ausflug wert, schon die einzigartige Lage im Tramuntana Gebirge ist sehr beeindruckend.

Das Inselradio

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