Cap de Formentor

Nördlicher geht es auf Mallorca nicht - Cap de Formentor

Das Cap de Formentor ist der nördlichste Punkt der Baleareninsel Mallorca. Von den Mallorquinern wird dieser Ort auch Treffpunkt der Winde genannt. Seine weit ins Meer hinein ragende Spitze ist vom Wind und den Wellen stark zerklüftet. Der höchste Punkt der beeindruckenden Steilküste heißt Fumart und ragt 384 Meter in die Höhe. Die Entfernung vom Cap de Formentor nach Palma de Mallorca beträgt etwa 80 km und 20 km bis nach Pollenca, zu diesem Gemeindegebiet gehört das Cap.

Der italienische Ingenieur Antonio Paretti hat die in Port de Pollenca beginnende und nach 13,5 Kilometern am Cap de Formentor endende Straße gebaut. Er wollte beim Bau so  wenig wie möglich in die Landschaft eingreifen. Das ist ihm auch gelungen, die Straße schmiegt sich wie ein Band in die Landschaft, als wäre sie ein Teil von ihr. Paretti war auch für den Bau der bekanntesten Straße nach Sa Calobra, „die Schlange“, verantwortlich.

Auf der Strecke zum Cap de Formentor mit seinem Leuchtturm gibt es mehrere Aussichtspunkte. Einer davon ist der Mirador del Mal Pas, er ist sehr bekannt, weil man von hier aus die kleine Insel Colomer sehen kann. Die Steilküste stürzt hier beeindruckende  200 m senkrecht ins Meer ab. Es gibt mehrere Aussichtsplattformen die durch Treppen und Wege miteinander verbunden sind. Kurz hinter dem Aussichtspunkt gelangt man über eine enge Straße zu einem alten Wachturm, dem Talaia d'Albercuix  von hier hat man ebenso einen atemberaubenden Panoramablick.

Der weitere Straßenverlauf führt zur malerischen Bucht Cala Pi de la Posada, die durch ihr kristallklares Wasser zum baden verlockt. Der schmale lange Strand ist weiß und feinsandig, gesäumt von Steineichen und dichtem Pinienwald. Man sagt es ist einer der schönsten Badestrände Mallorcas. An diesem Abschnitt baute 1928, versteckt in einem Kiefernwald, der Kunstliebhaber Adán Diehl das Hotel Formentor. Es entwickelte sich im Lauf der Jahre zu einem Treffpunkt der Schönen und Reichen. Politiker, Künstler und andere illustre Gäste von Weltbedeutung wie zum Beispiel John Wayne oder Winston Churchill zog es an diesen Ort am Cap de Formentor.

Als nächstes passiert man die etwas versteckt liegende, malerische Bucht Cala Fiquera. Danach führt die Straße durch den Tunnel des Berges Fumart. Nach kurzer Zeit erreicht man den Leuchtturm am Cap de Formentor. Er wurde 1892 errichtet zusammen mit den umliegenden Mauern, Treppen und Wegen. Bei gutem Wetter kann man von hier aus Menorca sehen, Alcudia erblickt man im Süden und im Westen ist die Cala Figuera zu sehen.

In 300 Metern Tiefe tobt das Meer, die zerklüfteten Felsen zeigen einmal mehr welche gewaltige Kraft hinter dem Wind und den Wellen stecken. Hier am Cap de Formentor wo die Winde das ganze Jahr über mal mehr, mal weniger stark aufeinander treffen, wussten schon die Ureinwohner dass man sich mit ihnen gut auskennen muss. Deshalb nannten sie die Winde die vier großen Brüder (Tramuntana, Ponenet, Migjorn und Llevant) und ihre Vetter (Gregal, Mestral, Llebetx und Xaloc). Sie wollten damit zum Ausdruck bringen, wenn man sie so gut wie seine Angehörigen kennt, kann man besser mit ihnen umgehen. Für Landwirtschaft und Fischerei war es lebenswichtig zu wissen was welcher Wind bringt, ob es gefährlich hohe Wellen gibt oder ob der Wind zum Beispiel Regen bringt. Im laufe der Jahrhunderte wurden nach ihnen auch Landschaften und Gebirge benannt, wie zum Beispiel der Sierra Tramuntana.

Als letzte Sehenswürdigkeit liegt im Südosten der Halbinsel Cap de Formentor am Racó de Xot eine Höhle. Sie besitzt zwei Eingänge die sich in der Steilwand 8 Meter über dem Meer befinden. Die Höhle ist etwa 8 Meter hoch und 90 Meter lang. Dieser Ort ist eine der wichtigsten Fundstätten aus prähistorischer Zeit, der Talayot-Kultur. Es ist ein sehr interessanter Ort am Cap de Formentor, ein Besuch lohnt sich auch für Leute ohne Interesse an Zeitgeschichte.

 

 

Das Inselradio

Werbung